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Sonntag, 13. Dezember 2009
Achilles fatal
2010 sollte eine Art Übergangsjahr werden. Da ich für diesen Sport, mal abgesehen vom Rad fahren, völlig talentfrei bin und große Umfänge für akzeptable Ergebnisse benötige, sollte 2010 keine Hawaii-Quali angestrebt werden. Nachdem ich die Rippenverletzung auskurieren konnte begann ich Mitte Oktober wieder mit etwas Lauftraining. Ein lockeres Stündchen, ganz ohne Pulsuhr und Zeitmessung absolvierte ich 2-3x wöchentlich. Zusätzlich gab es zur Bespaßung Ballsport (Unihoc,Basketball) und Schwimmtraining. Dieses sollte man nie vernachlässigen, sonst wird es umso schwerer im Januar...:)
Ab Dezember begann unsere Trainingsgruppe mit ersten Intervalläufen auf der Bahn. 200m,400m,600m,800m,1000m und das ganze wieder rückwärts...Mein lieber Mann...Alle stellten fest, daß von einer guten Form nicht zu sprechen sei, was Anfang Dezember zum einen logisch und zum anderen auch nicht notwendig ist. Zu meiner Überraschung war ich bereits völlig schmerzfrei, wodurch die Hoffnung auf ein schönes Trainingsjahr geweckt wurde.
Noch ahnte ich nicht im Entferntesten, was mich am 9.12. beim zweiten Intervalltraining auf der Bahn erwarten sollte. Wir trafen uns, machten zusammen ein paar Gags und erwärmten uns ordentlich 30min. Lockeres Einlaufen, Lauf-ABC und Mobilisation gehörten zum Programm. Die ersten 200m verliefen problemlos. Es wurde locker getrabt und der Start für den zweiten Lauf im Programm ertönte. 400m standen an, von denen ich ca. 10 lief. Es gab einen lauten Knall, mein linkes Bein zog es sofort von der Piste. Ich wollte mich gerade über den Depp beschweren, der mir ofensichtlich etwas in die Hacken geworfen hatte. Nachedem ich auf dem Boden aufschlug konnte ich dummerweise niemanden erkennen, der mir etwas in die Beine geworfen haben könnte...hhhmmmm, da wird wohl was kaputt gegangen sein. Aus Erzählungen wußte ich bereits, wie das Reißen einer Achillessehne klingt. Somit war dies der nächste Gedanke. Ein paar Sekunden später stand der erste Betreuer einer anderen Trainingsgruppe bei mir, der mir schonungslos erklärte, daß die Sehne gerissen sei.Ich versucht aufzutreten - unmöglich. Das Bein knickte jedesmal sofort weg, so daß ich da Training abbrach, unter die Dusche hüpfte (im wahrsten Sinne des Wortes) und mich in eine Notaufnahme begab. Der Verdacht bestätigte sich, die Achillessehne hatte es erwischt. Einen Tag später lag ich bereits auf dem OP-Tisch. Die Operation verlief problemlos und zu diesem Zeitpunkt warte ich darauf das Krankenhaus zu verlassen, was morgen hoffentlich der Fall sein wird. Die nächsten ca 3 Monate stehen im Zeichen der Reha. Das Adaptieren einer Sehne benötigt dummerweise Zeit und Geduld wird mir nicht gerade als Charakterstärke zugesprochen. Ich hoffe, daß ich diese Zeit schadlos überstehe und mir das Ding kein zweites Mal um die Ohren fliegt.
Somit werdet ihr in der nächsten Zeit wenig über das Training eines Ironman zu lesen bekommen...eher etwas zum Thema: "Stiftung REHA-Test."
In jedem Fall möchte ich mit meinen Freunden von TNT in Roth an der Staffel teilnehmen und die 180km mal weit unter 5h fahren. Dies sollte kein Problem sein, wenn es nicht wieder Blasen regnet wie 2008 oder ich einen Plattfuß erleide wie 2009. Andere Ziele stehen momentan nicht zur Debatte.

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Ironman Madison 09
Ein gutes halbes Jahr bereitete ich mich auf den großen Tag vor und überquerte den großen Teich hoffnungsvoll. Der Körper schien und in Form zu sein und verhielt sich sogar schmerzfrei.
Zu Beginn dieses Beitrags muß ich erst einmal für Hannes Hawaii Tours eine Lanze brechen. Die Organisation der Reise mit Beginn Flughafen Frankfurt über Chicago bis zum kleinen Airport in Madison war vorzüglich. Der Transfer zum Hotel verlief tadellos. Hinzu kam, dass sich die Unterkunft nur knapp 250m vom späteren Ziel befand, was später für mich noch von großer Bedeutung sein sollte.
Jeden morgen erfolte ein gemütliches Schwimmtraining im Verbund der Hannes-Ironmen. Sowohl bleierne Enten, wie meine Wenigkeit, als auch echte Delphine kristalisierten sich in der Gruppe heraus. Das erste Abfahren der Radstrecke ließ die Augen von genau einem Gruppenmitglied glänzen und brachten diesem ein fettes Grinsen ins Gesicht...die Rede ist natürlich von mir. Das erwartet schwere Profil und teilweise unterirdische Straßenverhältnisse mit riesigen Längsrissen im Asphalt beinhaltete dieser schwere Kurs. Das Lachen verging mir jedoch fix, da nach 2 kurzen Ausfahrten mit zusammen 90km 2 Platten zu Buche standen. Offensichtlich lag dies jedoch nicht unbedingt am Kurs sondern an den Continental Schlauchreifen, bei denen einfach das Ventil weg flog. Eine spätere Reklamation des Materials beim Hersteller war problemlos. Ich bekam 2 neue Schlauchreifen. Gleich vorweg-im Wettkampf hielt das Material.
Eine weitere Klippe bestand im abschließenden Laufkurs, der eine Menge an kleinen Steigungen bereit hielt und einen heftigen, jedoch kurzen Anstieg, der im Verlauf des Ironman 2x zu absolvieren war. Mir war klar, wenn ich die Quali schaffen möchte, muss der Grundstein auf den 180km Rad gelegt werden. Beim abschließenden Lauf muß ich über meine Fähigkeiten hinaus wachsen, dann ist alles möglich.
So nahte der große Tag. Die Amerikaner organisierten einen reibungslosen Wettkampf. Die Vielzahl an Freiwilligen war bereits im Vorfeld atemberaubend.
Pünktlich 7:00 ertönte der Startschuß für die Profis, 10 Minuten später wurde das Feld in den schmalen Schwimmkanal geschickt.
Ich startete meine Suunto T6c, um die im Vorfeld gesetzten Rundenzeiten und meine Herzfrequenz jederzeit überprüfen zu können. Dummerweise nutze ein anderer Teilnehmer meinen Oberkörper, um sich beim Schwimmstart abstoßen zu können. Dies ergab ein kurzes Knacken in dieser Körpergegend. Wie sich später heraus stellte, brach mir hierbei eine Rippe.
Somit war der Wettkampf bevor er begonnen hatte bereits schon gelaufen.
Trotz schwerer Atmung setzte ich das Schwimmen fort, wohl wissend,dass ich eh nicht der schnellste im Wasser bin und im Zweifel nicht zu viel Zeit verlieren werde. Es sollten am Ende 7 Minuten dwerden. Statt nach 1:13 kam ich nach 1:20 aus dem Wasser. Die Schmerzen waren zu diesem Zeitpunkt noch annehmbar. Auf dem Rad sollte die Post abgehen. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, was mir bevor steht. Die ersten 40km lief es recht ordentlich. Wie erwartet schoss ich an der Konkurenz vorbei. Bereits das erste Aufnehmen eines Riegels bereitete Probleme. Die Schmerzen beim Schlucken waren unerträglich, so daß ich erbrechen mußte. Recht schnell war mir klar, daß ein ernsthaftes Problem besteht und ich meine Zielzeit im Traum nicht erreichen kann. Essen und Trinken ging fast gar nicht. Ab km80 war das Fahren in der Aeroposition unmöglich. Die SChwellung im Inneren des Körpers war wohl voran geschritten, so daß ich den Obergriff nutzen mußte. Die letzen 20km waren die Hölle auf Erden. Noch nie litt ich bei 180km Rad fahren so wie in Madison. Ich hatte das Gefühl,dass mir der Brustkorb zerspringt, phasenweise war mir schwarz vor Augen. Eine Zielzeit gab es zu nicht mehr...es ging um´s Ankommen. So taumelte ich irgendwann vom Rad (später las ich, dass es ca nach 5:20min war und ich trotz allem über 1.000Leute überholt habe) und begann den Marathon. Vom Cut, der das zeitliche Aus bedeuten würde, war ich zumindest weit entfernt. Wenn ich also nicht bewußtlos umfallen würde oder sterben sollte, so ist zumindest das Finish realistisch. Es war für mich weniger ein Marathon als mehr ein gemütliches Joggen. Ab km 5 ging es überraschend gut, jedoch langsam. Im 6er Schnitt joggte ich gemütlich durch die Idylle von Madison, angefeurt vom gigantischen Publikum. Die Leute waren der Hammer. Ich weiß nicht, ob ich ohne dieses Publikum weiter gemacht hätte. Überall standen Menschenhorden. Es sollen über 100.000 gewesen sein. Ganz Madison war auf den Beinen, um die 2.400 Ironmman-Anwärter ins Ziel zu schreien. Diese Stimmung war schier unbeschreiblich. Die Verpflegungsstände nutze ich zur Pause, da in Bewegung keine Nahrungsaufnahme möglich war. Jeweils 1 Gel, 1Becher Isostar, 1Becher Cola & etwas Gebäck nahm ich im Stand, meist an einen Baum gelehnt, zu mir. Zum Ende des Wettkampfes wurde es dann noch einmal echt hart. Der Körper wollte einfach nicht mehr. Die Schmerzen wurden immer größer, die Beine schwerer. An die letzen Kilometer kann ich mich schlicht nicht erinnern auch der Zieleinlauf ist nicht mehr ganz nachvollziehbar.
Somit kann ich lediglich sagen,daß ich stolz bin im Ziel angekommen zu sein auch wenn ich nach 12h 5min weit vom Slot entfernt war

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